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Welche Vor- und Nachteile bietet der Riemenantrieb am Fahrrad?
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| zuletzt aktualisiert am: |
Das Wichtigste in Kürze
- Beim Riemenantrieb überträgt ein Zahnriemen aus Kunststoff mit Carbonfasern die Kraft. Er läuft leise und sauber und braucht kein Kettenöl.
- Ein Riemen hält deutlich länger als eine Kette: Je nach Riemenqualität gibt der Marktführer Gates etwa die 1,5- bis 3-fache Lebensdauer einer vergleichbaren Kette an.
- Wartungsfrei ist der Riemen nicht, aber wartungsarm: Gelegentlich reinigen und die Riemenspannung prüfen genügt meist.
- Ein Riemenantrieb funktioniert nur mit Naben- oder Getriebeschaltung oder als Singlespeed, nicht mit einer Kettenschaltung.
- Der Rahmen braucht eine Öffnung im Hinterbau, damit der geschlossene Riemen montiert werden kann. Riemen und beide Riemenscheiben kosten zusammen etwa 250 bis 350 Euro.
Der Riemenantrieb ist eine Alternative zum klassischen Kettenantrieb am Fahrrad. Statt einer Kette überträgt ein Zahnriemen aus Kunststoff mit eingearbeiteten Carbonfasern die Kraft von der Kurbel auf das Hinterrad. Am Fahrrad gibt es den Riemen seit 2007, inzwischen ist er an vielen City-, Trekking- und E-Bikes ab Werk verbaut. Lies hier, welche Vor- und Nachteile der Riemenantrieb hat, wie lange er hält, wie du ihn pflegst und ob sich dein Fahrrad nachrüsten lässt.
Welche Vor- und Nachteile bietet der Riemenantrieb am Fahrrad?
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Das Wichtigste in Kürze
- Beim Riemenantrieb überträgt ein Zahnriemen aus Kunststoff mit Carbonfasern die Kraft. Er läuft leise und sauber und braucht kein Kettenöl.
- Ein Riemen hält deutlich länger als eine Kette: Je nach Riemenqualität gibt der Marktführer Gates etwa die 1,5- bis 3-fache Lebensdauer einer vergleichbaren Kette an.
- Wartungsfrei ist der Riemen nicht, aber wartungsarm: Gelegentlich reinigen und die Riemenspannung prüfen genügt meist.
- Ein Riemenantrieb funktioniert nur mit Naben- oder Getriebeschaltung oder als Singlespeed, nicht mit einer Kettenschaltung.
- Der Rahmen braucht eine Öffnung im Hinterbau, damit der geschlossene Riemen montiert werden kann. Riemen und beide Riemenscheiben kosten zusammen etwa 250 bis 350 Euro.
Der Riemenantrieb ist eine Alternative zum klassischen Kettenantrieb am Fahrrad. Statt einer Kette überträgt ein Zahnriemen aus Kunststoff mit eingearbeiteten Carbonfasern die Kraft von der Kurbel auf das Hinterrad. Am Fahrrad gibt es den Riemen seit 2007, inzwischen ist er an vielen City-, Trekking- und E-Bikes ab Werk verbaut. Lies hier, welche Vor- und Nachteile der Riemenantrieb hat, wie lange er hält, wie du ihn pflegst und ob sich dein Fahrrad nachrüsten lässt.
Video: Riemenantrieb oder Kette? Der bessere Antrieb für dein Fahrrad
Für wen ist ein Riemenantrieb geeignet?
Ein Riemenantrieb kann für viele sinnvoll sein. Ein wichtiger Faktor ist der geringe Verschleiß und die daraus resultierende deutlich längere Lebensdauer. Das ist vor allem für Vielfahrerinnen und Vielfahrer interessant, da der regelmäßige Tausch von Kette, Ritzel und Kettenblatt entfällt. Hinzu kommt der leise Lauf des Riemens.
Da am Riemenantrieb weder Kettenöl noch Kettenfett nötig ist, bleibt er sauber und du kannst ihn z. B. problemlos mit Anzughose fahren. Damit eignet sich der Riemenantrieb für Pendlerinnen und Pendler, City- und Trekkingfahrer, E-Bike-Fahrer und alle, die einen wartungsarmen, leisen und sauberen Antrieb wünschen. Am Mountainbike ist er selten und nur in Kombination mit einem Getriebe zu finden.
Welche Vor- und Nachteile hat ein Riemenantrieb?
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Geringer Verschleiß, deutlich längere Lebensdauer als eine Kette | Nur mit Naben- oder Getriebeschaltung oder als Singlespeed möglich, nicht mit Kettenschaltung |
| Wartungsarm: kein Ölen, nur gelegentlich reinigen und die Spannung prüfen | Der Rahmen braucht eine Öffnung im Hinterbau (Rahmenteilung), sonst ist nur ein teilbarer Riemen möglich |
| Sauber: kein Kettenöl, keine schmutzigen Hosenbeine | Höherer Preis für Riemen und Riemenscheiben als für Kette und Ritzel |
| Leichter als eine Kette | Ersatzteile sind unterwegs schwerer zu bekommen und müssen genau passen (Länge, Zähnezahl, Breite) |
| Sehr leise | Empfindlich gegen Knicken und falsche Spannung; der Wirkungsgrad liegt leicht unter dem einer neuen, gepflegten Kette |
| Längt sich nicht, die Spannung bleibt lange stabil |
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Kann ich mein Fahrrad mit einem Riemenantrieb nachrüsten?
Die Nachrüstung eines Fahrrads mit einem Riemenantrieb ist grundsätzlich möglich, allerdings musst du einige Punkte beachten. Weil der Riemen ein geschlossener Ring ist, braucht der Rahmen eine Öffnung im Hinterbau (Rahmenteilung), durch die du den Riemen einfädelst. Rahmen für Riemenantrieb haben sie ab Werk. Bei einem Stahlrahmen kann ein Rahmenbauer eine solche Teilung unter Umständen nachträglich einbauen. Bei Aluminium- und Carbonrahmen ist das in der Regel nicht möglich.
Hat dein Rahmen keine Öffnung, kannst du einen teilbaren Riemen verwenden, den es z. B. von Veer gibt. Kettenblatt und Ritzel musst du in beiden Fällen durch Riemenscheiben ersetzen, da ein Riemen nur auf speziellen Zahnscheiben läuft. Grundvoraussetzung ist außerdem eine Naben- oder Getriebeschaltung oder ein Singlespeed-Hinterrad. Mit einer Kettenschaltung funktioniert ein Riemen nicht.
Bei senkrechten Ausfallenden brauchst du zusätzlich eine Möglichkeit, den Riemen zu spannen, z. B. ein Exzenter-Tretlager oder einen Riemenspanner. Bei waagerechten oder verschiebbaren Ausfallenden ist das nicht nötig, da du das Hinterrad zum Spannen nach hinten verschieben kannst.
Was muss bei der Montage eines Riemenantriebs beachtet werden?
- Die Riemenlinie muss exakt gerade sein. Sonst läuft der Riemen nicht sauber, verschleißt schneller oder kann von den Scheiben springen.
- Der Riemen darf auf keinen Fall geknickt, verdreht oder nach hinten gebogen werden, da sonst die Carbonfasern im Inneren brechen können. Hebel ihn auch nie mit Werkzeug über die Scheiben.
- Der Riemen läuft nur auf passenden Riemenscheiben desselben Systems.
- Der Riemen braucht die richtige Spannung. Dafür sind horizontale bzw. verschiebbare Ausfallenden, ein Exzenter-Tretlager oder ein Riemenspanner nötig. Gemessen wird die Spannung mit einem Messgerät oder einer Smartphone-App des Herstellers.
Lebensdauer und Wartung: Wie lange hält ein Riemen und wie pflegst du ihn?
Ein Riemen hält deutlich länger als eine Kette. Wie lange genau, hängt von der Riemenqualität, der Pflege und deiner Fahrweise ab. Der Marktführer Gates gibt für seine Riemen je nach Linie etwa die 1,5-fache (CDN) bis 3-fache (CDX) Lebensdauer einer vergleichbaren Kette an. Die Riemenscheiben halten meist sogar zwei bis drei Riemen lang. Anders als eine Kette längt sich der Riemen nicht, du musst ihn also nicht regelmäßig nachspannen oder auf Verschleiß messen.
Wartungsfrei ist der Riemenantrieb trotzdem nicht, aber sehr wartungsarm:
- Reinigen: Sand und Schmutz schleifen Riemen und Scheiben ab. Spül den Antrieb nach Fahrten im Matsch mit Wasser ab und wisch ihn mit einem Tuch sauber.
- Kein Öl: Kettenöl oder Fett brauchst du nicht, sie binden nur Schmutz.
- Spannung prüfen: Kontrolliere die Riemenspannung gelegentlich und bei der Inspektion, z. B. per App. Ist sie zu niedrig, kann der Riemen über die Zähne springen.
- Geräusche: Quietscht der Riemen, hilft meist gründliches Reinigen. Bleibt das Geräusch, ist oft die Riemenlinie oder die Spannung nicht korrekt.
- Sichtprüfung: Tausch den Riemen, wenn Zähne fehlen, Risse sichtbar sind oder die Scheiben spitz zulaufende Zähne haben.
Häufig gestellte Fragen zum Riemenantrieb
Kann ein Riemenantrieb an jedes Fahrrad montiert werden?
Nein. Ein Riemenantrieb lässt sich nur montieren, wenn der Rahmen eine Öffnung im Hinterbau hat oder du einen teilbaren Riemen verwendest. Außerdem brauchst du eine Naben- oder Getriebeschaltung oder ein Singlespeed-Hinterrad und eine Möglichkeit, den Riemen zu spannen. Mit einer Kettenschaltung funktioniert ein Riemen nicht.
Wie ist der Riemenantrieb aufgebaut?
Der geschlossene Zahnriemen besteht aus Polyurethan oder einem Elastomer. Im Inneren laufen extrem zugfeste Carbonfasern, deshalb längt er sich auch nach langer Nutzung nicht. Auf der Innenseite sind Zähne geformt, die in die Zähne der Riemenscheiben vorn und hinten greifen. Das Prinzip entspricht also dem eines Kettenantriebs, nur ohne Kettenglieder, die sich abnutzen.
Welche Hersteller gibt es?
Marktführer bei Fahrradriemen ist Gates mit seinem System Carbon Drive, das an den meisten Serienrädern mit Riemen verbaut ist. ContiTech hat sein Fahrrad-Riemensystem 2018 vom Markt genommen. Der Hersteller Veer bietet einen teilbaren Riemen an, der sich auch an Rahmen ohne Öffnung im Hinterbau montieren lässt.
Was kostet mich ein Riemenantrieb mehr?
Riemenantriebe gibt es inzwischen an vielen Kompletträdern in fast allen Preisklassen. Beim Neukauf fällt der Riemen deshalb kaum ins Gewicht.
Der Preis einer Nachrüstung ist schwer zu kalkulieren, vor allem wenn der Rahmen angepasst oder eine Nabenschaltung nachgerüstet werden muss. Für Riemen und beide Riemenscheiben kannst du je nach Ausführung mit etwa 250 bis 350 Euro rechnen, für den Riemen allein mit etwa 100 bis 180 Euro. Weil ein Riemen deutlich länger hält als eine Kette, relativiert sich der höhere Preis über die Jahre.



















