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Ovale Kettenblätter
Wer sportlich mit seinem Rad unterwegs ist, will seine Kraft möglichst effizient einsetzen. Ein leichtes Rad, leichtgängige Lager und ein geringer Luftwiderstand leisten wichtige Beiträge hierzu. Doch auch die Kraftübertragung vom Fahrer auf das Rad lässt sich bei jeder einzelnen Kurbelumdrehung optimieren. Hierzu kommen ovale Kettenblätter zum Einsatz. Diese sind sowohl am Rennrad, als auch am Mountainbike zunehmend verbreitet. Hier erfährst du, wie das Prinzip funktioniert und was du bei der Auswahl und Montage ovaler Kettenblätter beachten musst.
Wie die optimale Kraftübertragung vom Bein auf die Kurbel aussieht, wird seit langer Zeit diskutiert. Viele Jahre galt der runde Tritt als das anzustrebende Optimum. Darunter versteht man eine möglichst gleichmäßige Krafteinwirkung auf das Pedal im Laufe einer Kurbelumdrehung. Eine solch gleichmäßige Kraftentfaltung lässt sich allerdings nur schwer umsetzen. Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass selbst bei sehr erfolgreichen Profiradfahrern eine sehr ungleichmäßige Krafteinwirkung zu beobachten ist.
Die größte Krafteinwirkung findet statt, wenn die Kurbel waagerecht steht. In diesem Zustand bewegt sich der Fuß nahezu senkrecht von oben nach unten. Man spricht hier von der sogenannten „Power Phase“. Die geringste Kraft bringt der Fahrer hingegen auf, wenn die Kurbel senkrecht steht und der Fuß waagerecht von vorne nach hinten bewegt wird. Hier befindest du dich am „Totpunkt“.
Die beiden Phasen führen zu der bei vielen Fahrerinnen und Fahrern zu beobachtenden stampfenden Bewegung der Beine. Während die Power Phase mit viel Kraft schnell überwunden wird, verlangsamt sich die Bewegung hin zum Totpunkt.
Ovale Kettenblätter sollen die unterschiedlichen Phasen der Krafteinwirkung ausgleichen. Sie nutzen die Phase der senkrecht stehenden Kurbel um große Kräfte zu übertragen, während der Totpunkt durch eine geringere Kraftübertragung schneller überwunden werden soll.
Die größte Krafteinwirkung findet statt, wenn die Kurbel waagerecht steht. In diesem Zustand bewegt sich der Fuß nahezu senkrecht von oben nach unten. Man spricht hier von der sogenannten „Power Phase“. Die geringste Kraft bringt der Fahrer hingegen auf, wenn die Kurbel senkrecht steht und der Fuß waagerecht von vorne nach hinten bewegt wird. Hier befindest du dich am „Totpunkt“.
Die beiden Phasen führen zu der bei vielen Fahrerinnen und Fahrern zu beobachtenden stampfenden Bewegung der Beine. Während die Power Phase mit viel Kraft schnell überwunden wird, verlangsamt sich die Bewegung hin zum Totpunkt.
Ovale Kettenblätter sollen die unterschiedlichen Phasen der Krafteinwirkung ausgleichen. Sie nutzen die Phase der senkrecht stehenden Kurbel um große Kräfte zu übertragen, während der Totpunkt durch eine geringere Kraftübertragung schneller überwunden werden soll.
Was ist ein ovales Kettenblatt und welche Vorteile bietet es?
Wie gerade beschrieben, kannst du in verschiedenen Phasen der Kurbelumdrehung unterschiedlich viel Kraft auf die Kurbel bringen. In dem Moment, indem du senkrecht von oben nach unten trittst, ist die Kraft am größten. Wenn du das Pedal waagerecht von vorne nach hinten bringst, ist sie hingegen am kleinsten. Aus dieser Perspektive wäre es gut, den Gang mehrmals im Laufe einer Kurbelumdrehung zu wechseln: Ein großer Gang, wenn dein rechtes Bein in der senkrechten Position ist, ein kleiner Gang, wenn die beiden Pedale waagerecht bewegt werden, dann wieder ein großer Gang, wenn sich das linke Bein in der senkrechten Position befindet und ein kleiner, wenn sich beide Beine nun wieder in der Waagerechten befinden. Dann geht das Ganze wieder von vorne los.
Ein ovales Kettenblatt simuliert eben diesen Gangwechsel. Nimmt man etwa ein Q-Ring, das ovale Kettenblatt des spanischen Herstellers Rotor, mit 52 Zähnen, so weist er an der breitesten Stelle den gleichen Durchmesser wie ein rundes Kettenblatt mit 54 Zähnen auf. An der schmalsten Stelle entspricht der Durchmesser hingegen dem eines Kettenblattes mit 50 Zähnen. Auf diese Weise werden im Laufe einer Kurbelumdrehung vier Phasen unterschiedlicher Übersetzung erreicht – 54 Zähne für die Power Phasen des rechten und des linken Beins, 50 Zähne für die beiden Totpunkte.
Das Kettenblatt wird so an der Kurbel montiert, dass die Kette dann mit der breiten Seite des Blattes, also mit dem simulierten größeren Gang, bewegt wird, wenn du dich in der senkrechten Kurbelphase befindest, in der du die meiste Kraft aufbringen kannst. Die schmale Seite zeigt hingegen nach oben, wenn du dich in der senkrechten Phase befindest, in der du weniger Kraft aufbringen kannst. Auf diese Weise wird ein größerer Gang simuliert, wenn du dich in der Power Phase befindest, ein kleinerer hingegen, wenn du dich am Totpunkt befindest, den du auf diese Weise schneller überwinden kannst.
Als Resultat solltest du deine maximale Kraft in der Power Phase besser nutzen und den Totpunkt schneller überwinden können. Als Effekt sollte die Tretbewegung so ausgeglichener sein als mit einem runden Kettenblatt.
Ein ovales Kettenblatt simuliert eben diesen Gangwechsel. Nimmt man etwa ein Q-Ring, das ovale Kettenblatt des spanischen Herstellers Rotor, mit 52 Zähnen, so weist er an der breitesten Stelle den gleichen Durchmesser wie ein rundes Kettenblatt mit 54 Zähnen auf. An der schmalsten Stelle entspricht der Durchmesser hingegen dem eines Kettenblattes mit 50 Zähnen. Auf diese Weise werden im Laufe einer Kurbelumdrehung vier Phasen unterschiedlicher Übersetzung erreicht – 54 Zähne für die Power Phasen des rechten und des linken Beins, 50 Zähne für die beiden Totpunkte.
Das Kettenblatt wird so an der Kurbel montiert, dass die Kette dann mit der breiten Seite des Blattes, also mit dem simulierten größeren Gang, bewegt wird, wenn du dich in der senkrechten Kurbelphase befindest, in der du die meiste Kraft aufbringen kannst. Die schmale Seite zeigt hingegen nach oben, wenn du dich in der senkrechten Phase befindest, in der du weniger Kraft aufbringen kannst. Auf diese Weise wird ein größerer Gang simuliert, wenn du dich in der Power Phase befindest, ein kleinerer hingegen, wenn du dich am Totpunkt befindest, den du auf diese Weise schneller überwinden kannst.
Als Resultat solltest du deine maximale Kraft in der Power Phase besser nutzen und den Totpunkt schneller überwinden können. Als Effekt sollte die Tretbewegung so ausgeglichener sein als mit einem runden Kettenblatt.
Adaptionsphase
Wenn du zum ersten Mal mit ovalen Kettenblättern fährst, wirst du direkt einen Unterschied zu den runden Kettenblättern wahrnehmen, die du zuvor gewohnt warst, das Treten wird sich etwas ungewohnt anfühlen und deine Muskeln werden sich an die neue Belastung gewöhnen müssen. Es ist also eine Adaptionsphase nötig um sich an die neuen Kettenblätter zu gewöhnen. Diese kann einige Tage bis zu etwa vier Wochen in Anspruch nehmen. Im Laufe der Zeit wird sich die Trittbewegung immer runder anfühlen. Im Allgemeinen solltest du dich leistungsfähiger fühlen, was sich insbesondere am Berg bemerkbar machen dürfte. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich deine Muskulatur erstens besser an die neue Belastung gewöhnt und zweitens durch die Anpassung der Übersetzung an die biomechanischen Voraussetzungen mehr Potentiale freigesetzt werden können.
Sollte sich das Fahren mit ovalen Kettenblättern auch nach der Adaptionsphase seltsam anfühlen, kannst du eventuell Abhilfe schaffen, indem die Kettenblätter besser an deine Sitzposition angepasst werden. Voraussetzung ist natürlich, dass du justierbare Kettenblätter besitzt, wie sie etwa vom spanischen Hersteller Rotor angeboten werden.
Welche Hersteller gibt es?
Das Prinzip ovaler Kettenblätter, wie es von Rotor mit den Q-Rings auf den Markt gebracht wurde, erfreut sich aktuell großer Beliebtheit. So ist es kaum verwunderlich, dass weitere Hersteller nachgezogen sind und auch ovale Kettenblätter anbieten. Dadurch kannst du nun nahezu jedes Rennrad und Mountainbike mit ovalen Kettenblättern ausstatten. Aktuell sind ovale Kettenblätter von folgenden Herstellern zu bekommen:
- Rotor: Der spanische Hersteller ist Pionier in Sachen ovale Kettenblätter. Angeboten werden Kettenblätter für unterschiedliche Rennrad und Mountainbike Kurbeln. Viele der Kettenblätter lassen sich individuell anpassen.
- Sram: Der Komponentenhersteller bietet seit 2017 ovale Kettenblätter für seine 12-fach Eagle Schaltungen im Mountainbike Bereich an.
- O.Symetric: Seit über 10 Jahren ist der Hersteller bereits im Geschäft und bietet ovale Kettenblätter für alle denkbaren Einsatzzwecke, von Zeitfahren und Triathlon über den klassischen Straßenradsport und das Mountainbike bis hin zum BMX.
- Absoluteblack: Der in London ansässige Hersteller feiert in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen. Absoluteblack haben sich komplett auf die Herstellung ovaler Kettenblätter spezialisiert. Die Firma hat Kettenblätter für alle gängigen Mountainbike- und Rennradkurbeln im Angebot.
Was kostet mich ein ovales Kettenblatt?
Der Preis ovaler Kettenblätter ist vergleichbar mit dem von herkömmlichen Kettenblättern der großen Komponentenhersteller Shimano, Sram und Campagnolo. Natürlich kannst du hier nicht die preiswerten Einstiegsgruppen zugrunde legen, sondern musst dich schon im Bereich des oberen Mittelfelds bis zur Spitze orientieren. Hinsichtlich des verwendeten Materials und der Verarbeitung entsprechen die ovalen Kettenblätter ungefähr diesem Niveau. Wenn deine Kettenblätter verschlissen sind, macht es somit keinen wirklichen Unterschied, ob du sie tauschst oder durch ovale Kettenblätter ersetzt.
Kann ich ovale Kettenblätter testen?
Auch wenn die meisten Personen gut mit ihnen klar kommen, kann dir natürlich niemand garantieren, dass du dich mit ovalen Kettenblättern wohlfühlen wirst. Um mehr Leute von den Vorzügen dieses Systems zu überzeugen, bietet Rotor eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie. Wenn du ovale Kettenblätter von Rotor kaufst, kannst du diese 30 Tage lang testen. Solltest du nicht zufrieden mit ihnen sein, kannst du sie zurückgeben und erhältst dein Geld oder eine Gutschrift zurück.
Wie stelle ich ein ovales Kettenblatt richtig ein?
Zwar funktionieren ovale Kettenblätter nach Angaben des spanischen Herstellers Rotor, der als „Ovalitäts-Pionier“ bezeichnet werden kann, bei 90% der Fahrerinnen und Fahrer in der Standardeinstellung schon perfekt, doch gibt es Ausnahmefälle, in denen eine Justierung erfolgen muss, um den vollen Effekt zu erzielen. Power Phase und Totpunkt sind nicht bei jeder Fahrerin oder jedem Fahrer an der gleichen Position. Näherungsweise kann mit der obigen Beschreibung, in der die senkrechte Kurbelbewegung mit der Power Phase, die waagerechte Bewegung mit dem Totpunkt gleichgesetzt wurde, gearbeitet werden. In der Praxis gilt es weitere Faktoren zu berücksichtigen. Einfluss haben unter anderem die Sitzposition (z.B. Rahmengeometrie und Setback des Sattels), die Länge von Ober- und Unterschenkel und deren Verhältnis zueinander. Daher ist es hilfreich, wenn ein ovales Kettenblatt so angepasst werden kann, dass Power Phase und Totpunkt optimal mit der größten und geringsten Breite des Kettenblattes zusammenfallen.
Wenn du schon einige Stunden mit ovalen Kettenblättern an deinem Rad gefahren bist, dich also bereits an die veränderte Belastung gewöhnt hast, kannst du mit der Feineinstellung beginnen. Rotor gibt einige Hinweise zur individuellen Anpassung der Kettenblätter. Wenn die Power Phase im Verlauf einer Kurbelumdrehung zu spät erreicht wird, sollte das Kettenblatt im Verhältnis zum rechten Kurbelarm im Uhrzeigersinn gedreht werden. Einem zu frühen Erreichen der Power Phase sollte hingegen durch eine Drehung des Kettenblattes gegen den Uhrzeigersinn entgegengewirkt werden.
- Sprinten und Beschleunigen fallen leicht, während das Halten einer konstanten Geschwindigkeit schwer fällt
- du fährst in einer niedrigeren Trittfrequenz als zuvor
- du rutschst auf dem Sattel nach vorne um mehr Komfort beim Treten zu haben
- Im Wiegetritt fahren fühlt sich komfortabler an als im Sattel
- neuauftretende Schmerzen in der Kniebeuge
- das Halten einer konstanten Geschwindigkeit fällt dir leichter als zuvor, Sprinten und Beschleunigen schwerer
- deine durchschnittliche Trittfrequenz hat sich erhöht
- du rutschst im Sattel nach hinten um komfortabler treten zu können
- im Wiegetritt fahren fühlt sich unkomfortabel an
- neuauftretende Schmerzen im Kniegelenk
Hast du hingegen keine dieser Symptome, sind die Kettenblätter schon richtig eingestellt!
Wie montiere ich ein ovales Kettenblatt?
Die Montage eines ovalen Kettenblattes unterscheidet sich zunächst nicht von der eines „normalen“, runden Kettenblattes. Zunächst demontierst du dein altes Kettenblatt oder deine alten Kettenblätter, dann montierst du das neue Kettenblatt. Dabei achtest du wie sonst auch auf die richtige Laufrichtung.
Einstellen des Umwerfers
Sofern dein Rad nur ein Kettenblatt hat, wie im Mountainbike, Cyclocross und Gravel Bereich zunehmend verbreitet, bist du schon fertig. Bei Rädern mit Umwerfer muss dieser noch an die veränderte Form des Kettenblattes angepasst werden. Da das Kettenblatt an seiner breitesten Stelle einen größeren Durchmesser besitzt als das zuvor montierte runde Kettenblatt, muss der Umwerfer ein Stück nach oben geschoben werden um zu vermeiden, dass er mit dem Kettenblatt zusammenstößt. Sollte der Verstellbereich nicht ausreichen gibt es entsprechende Adapter zur Erweiterung.
Schaltperformance mit ovalen Kettenblättern
Die Nutzung eines ovalen Kettenblattes hat keinen Einfluss auf die Performance der hinteren Schaltvorgänge an Schaltwerk und Ritzel. Der Wechsel zwischen den Kettenblättern hingegen wird – dies darf nicht verschwiegen werden – etwas schwergängiger vonstattengehen. Je nach Abhängigkeit der gewählten Kettenblattmarke habe diese unterschiedliche Aufstiegshilfen.
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